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Das Projekt UTOPIE PASSION ist das erste Projekt des 2018 gegründeten Kunstverein im Kloster Neuzelle, das sich mit der Nachbarschaft von Kloster und Idealstadt auseinander setzt.

Das Kloster kann als Entwurf einer guten Gesellschaft mit der inneren Achse des christlichen Glaubens wahrgenommen werden. Die ehemalige Planstadt Eisenhüttenstadt ist ein Beispiel für den Anspruch, in Aufbau und Organsation einer Stadt die Voraussetzungen für eine ideale Gesellschaft zu schaffen. Nirgendwo in Deutschland können in vergleichbarer Weise Kloster und Idealstadt als soziale Modelle in dieser Nähe zueinander erlebt werden.

Heute sind beide Orte im Schwerpunkt Denkmäler. Das Erlebnis und der Vergleich beider Orte wird zum Anlaß, von der Kunst aus nach dem Gedanken des - gesellschaftlichen - Modells zu fragen.

Die in Neuzelle in einem eigenen Museum gezeigte barocke Szenenbildfolge des 'Himmlischen Theater' ist ein komplexes Kunstwerk zwischen Malerei und Inszenierung und kann mit heutigen Formen von Kunst in Beziehung gesetzt werden.

Zunächst entsteht eine für das Projekt entwickelte Ausstellungsarchitektur, die auf dem Stiftsplatz Neuzelle eingerichtet wird. Ein Kulissenbild wird als plastischer Körper verstanden und in vier unregelmässige Teile zerschnitten. Diese werden auf dem Stiftsplatz verteilt. Vier Künstlerinnen und Künstler präsentieren an, in, durch diese unregelmässigen Kuben Projekte, die verschiedene künstlerische Perspektiven auf das Himmlische Theater, das Kloster und die benachbarte Stadt Eisenhüttenstadt entfalten.


Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler entwickeln ihre Projekte für einen Ort, an dem es wenig Erfahrung mit zeitgenössischer Kunst gibt.

Gerade an einem solchen Ort ist ein Gespräch möglich, das neue Spielräume erschliesst. Während die künstlerischen Projekte gedanklich im Kontext von Kloster und Idealstadt und in der Form vor allem im Dialog mit dem barocken Kulissenbild des 'Himmlischen Theaters' verankert sind, ist die Begegnung mit dem Publikum völlig offen und unabsehbar. Vor dem Hintergrund der Idee eines gesellschaftlichen Modells, auf das die Projekte der KünstlerInnen und Künstler unterschiedlich Bezug nehmen, und in einer Umgebung, wo diese Form von künstlerischem Denken fremd ist, rückt die Frage in den Vordergrund: wo spricht das künstlerische Werk die Gesellschaft an, warum sollte sich diese mit ihm befassen?