Das Kloster und die ihm zugrunde liegende Bruderschaft der Mönche kann als Entwurf einer guten Gesellschaft mit der inneren Achse des christlichen Glaubens wahrgenommen werden. Während diese ihr Leben am Heil Gottes orientiert, als Vorbereitung auf das ewige Leben nach dem Tod, ist die ehemalige Planstadt Eisenhüttenstadt ein Beispiel für den Anspruch, auf Grundlage der sozialistischen Idee in Aufbau und Organisation die Voraussetzungen für eine ideale Gesellschaft im Hier und Jetzt zu schaffen. Beide Konzepte teilen die Ausrichtung auf eine Zukunft, in der sich das Ideal erfüllen soll. Nirgendwo in Deutschland können in vergleichbarer Weise Kloster und Idealstadt als soziale Modelle in dieser Nähe zueinander erlebt werden.

 


Heute sind beide Orte im Schwerpunkt Denkmäler. Das Erlebnis und der Vergleich beider Orte wird zum Anlass, von der Kunst aus nach dem Gedanken des gesellschaftlichen Modells und seiner Bedeutung in der Gegenwart zu fragen.

Der Kunstverein im Kloster Neuzelle begreift sich dabei vor allem als Forum für einen bürgerschaftlichen Austausch - zu Fragen, die sich stellen, wenn die Ideen gesellschaftlichen Entwerfens, die dem Kloster Neuzelle wie der Planstadt Eisenhüttenstadt zugrunde liegen, von heute aus betrachtet werden.

Der Verein entwickelt und veranstaltet in diesem Spannungsfeld gegensätzlicher, gleichwohl tief verwandter Ideen vor allem künstlerische Projekte aber auch Gesprächsforen. Der Verein arbeitet nicht mit einem eigenen Ausstellungsraum, sondern entwickelt und veranstaltet Projekte orts- und situationsbezogen mit verschiedenen Partnern. 


Klosterhof Neuzelle 2019 und Eisenhüttenstadt, Lindenallee, ehemaliger Autosalon und Friedrich-Wolf-Theater (Foto: Hystrix, über Wikimedia Commons)